Beutekunst-Portal

Beutekunst aktuell

Kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter und die Folgen des Zweiten Weltkriegs prägen die betroffenen Staaten bis heute.

Bekannt ist vor allem, welche deutschen Kulturgüter sich heute in anderen Staaten befinden. Weniger Aufmerksamkeit erhält die Frage, welche Kulturgüter aus diesen Staaten nach Deutschland gelangten.

Die historische Realität ist komplex:

  • Kulturgüter wurden zerstört.
  • Kulturgüter wurden geplündert.
  • Kulturgüter wurden ausgelagert.
  • Kulturgüter wechselten mehrfach den Besitzer.
  • Kulturgüter verschwanden im Kunsthandel.
  • Kulturgüter befinden sich bis heute an unbekannten Orten.

Politisches Dilemma

Die politische Diskussion wird zusätzlich dadurch erschwert, dass Kulturgüter häufig zugleich kulturelle Wurzeln, historische Zeugnisse, nationale Symbole und erhebliche Vermögenswerte darstellen.

Trotz dieser unterschiedlichen Positionen entstanden in den vergangenen Jahrzehnten bemerkenswerte Formen der Zusammenarbeit. Deutsche und russische Museen erforschten gemeinsam Verlustgeschichten, identifizierten verschollene Kulturgüter und entwickelten internationale Ausstellungen.

„Aus der Einsicht heraus und dem Willen, neue Wege der Verständigung zu suchen, entstand 2005 der Deutsch-Russische Museumsdialog. „Der Deutsch-Russische Museumsdialog“ – heißt es zusammenfassend in der Verlautbarung zum zehnjährigen Bestehen – „wurde 2005 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Kulturstiftung der Länder und über 80 deutschen Museen in Berlin gegründet, um Aktivitäten und Kontakte zwischen deutschen und russischen Museen auf der Fachebene zu ermöglichen oder zu intensivieren.“ Ausdrücklich wurde im Jahr 2015 hinzugesetzt: „Die Frage von Rückgabeforderungen wird in diesem rein fachlichen Kontext ausgeklammert, sie ist auf Regierungsebene zu klären.“ (https://www.kulturstiftung.de/raub-und-rettung/)

Auf fachlicher Ebene entwickelte sich die Provenienzforschung, Transparenz und kulturelle Zusammenarbeit vertrauensbildend und konstruktiv. Aktuell ruht nicht nur diese Form der deutsch-russischen Kulturzusammenarbeit infolge der Sanktionen.

Perspektiven

Die Praxis zeigt, dass bislang nur sehr wenige konkrete Beutekunst-Rückführungen realisiert wurden.

Damit stellt sich die Frage, wie Restitution, Kompensation und internationale Zusammenarbeit auch unter veränderten Rahmenbedingungen vorangebracht werden können. Genau an dieser Schnittstelle setzt das Beutekunst-Portal an.

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